Der Trend zur Materie

am

Kathrin Passig versucht kulturelle Auswirkungen des 3D-Druck zu skizzieren und zieht den Vergleich mit der steten Weiterentwicklung der Fotografie hin zum Massenmarkt.

Sobald die Entwicklung eine breitere Masse erreicht, wird vorhersehbare Kritik einsetzen: Man beraube sich der qualifizierten Beratung durch Fachleute, des persönlichen Gesprächs. Das Material sei minderwertig und bewährte Designstandards verfielen. Womöglich fehlt den entstehenden Gegenständen sogar die Aura. Nicht alle diese Vorwürfe sind unberechtigt.

Aber gleichzeitig wird ein Betätigungsfeld, das bisher Spezialisten vorbehalten war, für viel mehr Menschen zugänglich. So wie sich grundlegende Fotografie- und Layoutkenntnisse ausgebreitet haben, wird auch die durchschnittliche technische und designerische Kompetenz im Umgang mit Gegenständen anwachsen. Und daraus ergeben sich ganz neue Praktiken und Anwendungsfelder.