Huawei und der Snowden-Effekt

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Der Grund für die Bedenken war die Möglichkeit, dass die chinesische Regierung mit Hilfe der Ausrüstung von Huawei, auch ohne dessen aktive Mitarbeit, doch Spionage betreiben oder sich gar Vorteile in einem Cyberwar verschaffen könnte. Huawei wies diese Vorwürfe zurück und beschwerte sich über eine „Diskriminierung“.

Doch genau das, was die US-Politik China und Huawei unterstellt hatte, erweist sich nun durch Edward Snowdens Enthüllungen andersherum als Realität. Dokumente zeigen, dass die NSA wohl Router der US-Hersteller Cisco und Juniper kompromittiert hat – und auch die von Huawei. Auch soll sie dafür gesorgt haben, dass nur eine schwache Verschlüsselung eingesetzt wird, deren Chiffren leicht zu knacken sind.

Sämtliche Firmen, die in den Dokumenten genannt werden, haben etwaige Hintertüren in ihren Produkten zurückgewiesen. Doch der Snowden-Effekt hat bereits eingesetzt: Im Dezember gab Cisco bekannt, dass der Absatz in China signifikant zurückgegangen sei. „Aufgrund der Vorwürfe werden Kaufentscheidungen noch einmal überdacht“, sagte Robert Lloyd, Präsident für Entwicklung und Vertrieb bei Cisco, vor Investoren. Auch IBM meldete ein Absatzminus von 40 Prozent im Gefolge der Enthüllungen.

Kaum sinken Umsätze von Anbieter wie Cisco, Huawei oder IBM, kommt Bewegung ins Spiel. Jetzt soll das Vertrauen der Kunden wieder zurückgewonnen werden. Das lässt sich nur dummerweise weder mit Geld kaufen, noch durch Absichtserklärungen verbessern. So langsam wird klar, wie viel Porzellan die Geheimdienst zerschlagen haben. Der wirtschaftliche Schaden ist immens.

Wenn die Regierungen ihre Datenschnorchler nicht bald an die Zügel nehmen und nicht alles unternehmen um wieder Vertrauen herzustellen, dann stehen einigen IT-Anbietern noch sehr harte Zeiten bevor.