Snowden rüttelt die Tech-Konzerne wach

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Bastian Brinkmann bringt es auf den Punkt:

Als Reaktion auf die Kampagne der Tech-Konzerne ist ein so altbekanntes wie falsches Argument zu erwarten. Viele werden wieder behaupten, was Google, Facebook und Co. täten, wäre doch viel schlimmer – oder mindestens genauso schlimm – als das, was die Geheimdienste sich herausnehmen.

Dieser Satz verharmlost die staatlichen Angriffe auf die Privatsphäre. Die Kunden der Internetkonzerne geben freiwillig ihre Daten her, die Firmen wollen einen nur in eine möglichst werberelevante Schublade stecken. Das kann man natürlich kritisch hinterfragen, doch am Ende verschwindet die einzelne Person im Big-Data-Haufen.

Bei Geheimdiensten ist es genau umgekehrt. Sie wollen möglichst viele Daten abgreifen – um dann individuelle Zielpersonen umfassend angreifen zu können. Nichts ist ihnen heilig. Sie finden heraus, welche Pornos die Zielperson gerne schaut, um sie moralisch zu zermürben.

Wer seine Daten amerikanischen Internetkonzernen übergibt, darf sich über Spionage nicht beschweren? Nach dieser Logik dürften Menschen, die in ihrer Freizeit gerne boxen, von Polizisten zusammengeschlagen werden. Rechtsstaat sieht anders aus.