Deutschland landet im „Digital Economy and Society Index“ der EU auf Rang 14

am

Nun ist Europa allerdings gar nicht der relevante Maßstab für derartige Vergleiche. Erst wenn auch die Vorreiter USA und China herangezogen werden, in denen die relevantesten Konkurrenten vieler deutschen Unternehmen beheimatet sind, und die nicht ganz unwichtige Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ zugefügt wird, zeigt sich der digitale Rückstand in aller Deutlichkeit. Europas Anteil am Wert der 60 wertvollsten digitalen Plattformunternehmen beträgt nur noch 3 Prozent und wird angesichts des rasanten Wachstums in Asien wohl weiter fallen. Da Europas Konsumenten eifrige Nutzer dieser Plattformen sind, wandert jedes Jahr ein beträchtlicher Teil der Wertschöpfung ab, vor allem ins Silicon Valley. Sollten die Chinesen nun die zentralen Plattformen für Industriegüter aufbauen, wird sich der Trend aus der Konsumentenwelt noch verschärfen.

Quelle: Deutschland landet im „Digital Economy and Society Index“ der EU auf Rang 14 | Dr. Holger Schmidt

Gerade im Urlaub befindlich, lese ich auf meinem Kindle das Buch „Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“ von Richard David Precht, der unbestritten zu den profiliertesten Philosophen, Publizisten und Intellektuellen hierzulande gehört.

Und da passt der Beitrag von Holger Schmidt ganz hervorragend in das Bild, das Precht zeichnet: Der völligen Hilflosigkeit, ja dem Versagen deutscher und europäischer Politik in Sachen Digitalisierung.  Precht geht  – völlig zu Recht wie ich finde – hart mit Politik, aber auch Kulturschaffenden ins Gericht.

Es fehlt uns nach wie vor an jeglicher Ernsthaftigkeit, die derzeit heranrollende vierte industrielle Revolution auch nur ansatzweise politisch wie gesellschaftlich gestalten zu wollen. Dabei zeigt Precht auf, welche Chancen und Möglichkeiten sich böten und gibt dem Leser Dystopie wie Utopie an die Hand, um die eigene Meinungsbildung zu schärfen und Digitalisierung samt seiner Folgen besser einordnen zu können.

Insofern kann ich sein Buch nur empfehlen. Selbst ich als eingefleischter Digitalisierer lerne  – dank seiner Gabe die Vogelperspektive einzunehmen und dadaurch klare Bilder zu zeichnen – unglaublich viel dazu. Spreche einen klaren Lesebefehl aus!