Robo-Journalismus ǀ Schnell, billig, produktiv? 

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Jan Georg Plavec, Redakteur im Ressort Multimedia/Reportage bei der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten, stellt ein Beispiel seines Medienhauses vor: Der „Feinstaubradar“, bei dem Nutzerinnen und Nutzer online einsehen können, wie hoch die Feinstaubbelastung in bestimmten Wohngebieten ist. Dafür werden Wetterdaten und Daten von Hunderten Feinstaubsensoren, die Privatleute aufgehängt haben, genutzt. Das bedeutet: Die Nutzerinnen und Nutzer helfen selbst bei der Datenerhebung. Aus diesen Daten generiert eine Software automatisch Texte und liefert morgens eine Vorhersage und abends einen Bericht darüber, wie verschmutzt die Luft wirklich war.

Quelle: Robo-Journalismus ǀ Schnell, billig, produktiv? — der Freitag

Es ist ein völliger Irrglaube, dass ein Textroboter grundsätzlich die Jobs von Redakteuren, Journalisten und Textern gefährden. Vielmehr versetzt die gerne als Roboterjournalismus (ein Wort das ich so gar nicht mag) bezeichnete Technologie Verlage in die Lage, weiteren nutzwerten Content anzubieten.

Das oben genannte Beispiel sei stellvertretend erwähnt.

Kein Redakteur würde sich freiwillig zweimal am Tag hinsetzen, alle verfügbaren Daten auswerten dann und einen Bericht über die aktuelle Feinstaubbelastung in Stuttgart schreiben. Mit einem Textroboter ist das möglich, der Informationsgehalt und Nutzwert der Berichterstattung unbestritten hoch. Man denke alleine an die nunmehr geschaffene Transparenz.

Mir ist so gut wie kein Projekt bekannt in der die automatisierte Content-Produktion nicht dazu eingeführt wird, um zusätzliche Inhalte zu schaffen. Mit allen sich daraus ergeben Vorteilen.

Zudem werden Redaktionen von ständig wiederkehrender Berichterstattung entlastet und können sich auf die guten Stücke wie Interviews, Hintergrundberichte, Analysen etc. konzentrieren. Das zahlt auf die Leser-Blatt-Bindung und den Ruf der Publikation ein. Und so muss das sein.